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Atlantiküberquerung - wir legen ab!
Geschrieben von: Werner Mojzischek
Samstag, den 07. November 2009 um 02:00

Heute ist es so weit, wir legen zu unserer vierwöchigen Atlantiküberquerung auf Teneriffa, Santa Cruz, ab! Unser Ziel in der Neuen Welt nach vier Wochen am Atlantik lautet Trinidad/ Tobago, die südlichste Inselgruppe der Karibik. Die Crew besteht aus sechs Personen: Vier Österreicher, ein Spanier, ein Franzose. Wie auch auf anderen Segelschiffen üblich, sind wir bei der „Königsetappe“ unserer Segelreise eine internationale Crew. Das letzte Mal durchschlafen, das letzte Mal duschen, die Wassertanks noch randvoll füllen, Ausreiseformalitäten mit der Immigration abhandeln – und dann sind wir weg. Sobald wir aus den Weiten des Atlantiks wieder die Zivilisation erreicht haben, werden wir unser Logbuch aktualisieren und uns bei euch zurück melden! Zwischendurch werden wir auf unten dargestellter Google Map versuchen, ca. alle 2 Tage eine Position von uns „durchzufunken“. In dem Trubel vor der Abreise haben wir das leider nicht mehr testen können, aber es wird schon funktionieren.
Für die ersten Tage „danach“ also nach der Überquerung, haben wir folgende Bitte: Wir freuen uns natürlich über Nachrichten aus der Heimat, aber bitte laßt uns ein paar Tage Zeit für eine Reaktion darauf – wir werden sehr erholungs- und sanierungsbedürftig sein, ebenso müssen wir unser Schiff wieder auf Vordermann bringen. Ausschlafen, zu Kräften kommen, uns und unser Schiff wieder auf „Vordermann“ bringen und für die fünf Monate in der Karibik vorbereiten – das steht dann am Plan.
Apropo: Vielen Dank für die vielen Emails, Gästebucheinträge, Anrufe in den letzten Tagen... sorry, wir haben nicht mehr alle beantworten können, da uns die Vorbereitungen so in Atem gehalten haben.


Atlantiküberquerung, 1. Woche
Geschrieben von: Werner Mojzischek
Freitag, den 13. November 2009 um 02:00

Start: Kanarische Inseln, Teneriffa/ Santa Cruz
Ziel: Kap Verdische Inseln, Sao Vicente/ Mindelo (Porto Grande)
Tage auf See: 7
Seemeilen: ca. 940
Eugen - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln In den ersten 40 Stunden nach dem Auslaufen aus Santa Cruz erlebt die Segelyacht Ocean Spirit und die Crew die anspruchvollsten Bedingungen seit dem Start der Segelreise in Izola vor mehr als 5 Monaten. Konstante 30 bis 40 Knoten Wind, 4 - 6 Meter hohe Wellen aus teilweise verschiedenen Richtungen machen uns das Leben schwer. Vorhergesagt waren viel moderatere Bedingungen, daher sind wir über den Start der Atlantiküberquerung etwas überrascht. Bordleben gibt es in diesem Zeitraum praktisch keines, die Stimmung ist geprägt von Seekrankheit, Schlafentzug, ständiges Mithelfen bei diversen Manövern und Aufräumarbeiten unter und über Deck. Kopfweh macht sich bei einigen bemerkbar, da wir viel zu wenig trinken um nicht zu oft bei diesen Bedingungen das Klo aufsuchen zu müssen. Teilweise haben auch einzelne Crewmitglieder Angst bei diesen Bedingungen – gerade in den dunklen Nächten, da der Mond immer schwächer wird und auch noch immer später aufgeht. Die gewaltigen Wellen sehen wir daher oft nicht, wenn sie anrollen. Da wir aus so mancher Koje durch die Schräglage und durch die Wucht der brechenden Wellen herauspurzeln, nimmt sich so manches Crewmitglied eine andere Koje, deren „normaler Besitzer“ gerade auf Wache an Deck ist.
Nach 1,5 Tagen nimmt die Windstärke ab, auch die Wellenhöhe nimmt langsam ab, zumindest brechen diese nicht mehr neben, hinter, unter und über uns. Gerade, als die Hoffnung auf Besserung keimt, höre ich in der beginnenden Morgendämmerung hinter uns bedrohliches Grollen. Stefan - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Ein Blick vom Steuerstand nach hinten lässt nichts Gutes erwarten – gar nichts Gutes! Eine einzelne, besonders hohe Welle bricht wenige Meter hinter uns, eine „weiße Wand“ donnert auf uns zu, das Schiff schlingert durch die Schaummassen die Welle hinunter. Dimitri, der bereits schwer gegen die Seekrankheit ankämpft und geschwächt auf der Cockpitbank liegt, wird komplett vom Wasser zugedeckt, die Rettungsweste löst aus und er schwimmt am Lifebelt hängend in einem halben Meter Wasser herum, bis sich das Cockpit relativ schnell wieder entleert. Durch den fast geschlossenen Niedergang dringen die Wassermassen auch in den Salon und bis in die Naßzelle ein, die Pölster sind naß, die Bilge füllt sich mit Seewasser. Durch die Wucht des Aufpralls und dem Geräusch des hereinstürzenden und herinsprudelnden Wassers sind auch unter Deck schnell einige hellwach, und erkundigen sich, ob an Deck noch alles in Ordnung ist. Das Wort „Monsterwelle“ hat für uns jetzt erstmals eine „anfühlbare“ Bedeutung bekommen.
Jordi - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Ab Montag beruhigen sich dann die Bedingungen langsam, unser „Bordbarde“ Jordi (unser spanischer Mitsegler) bastelt an dem „Ocean Blues“ herum und bringt so gute Stimmung an Bord, und wir können alle wieder mehr schlafen und uns etwas erholen.
Gerade, als die Bedingungen wieder normal geworden sind, reißt die Verbindungen zwischen Großschot und Traveller. Das heißt so viel, dass wir kurzfristig die Kontrolle über das Großsegel verloren haben und dieses nun ungehindert von einer Seite auf die andere schlagen kann. Da waren wohl die Bedingungen in den letzten Tagen doch zu stark. Also, schnell Großsegel bergen, Baum fixieren, und Eugen und Stefan basteln eine Übergangslösung. Unser neues Zwischenziel lautet Kap Verden, um eine Reparatur in die Wege leiten zu können.
Sandra - Yachtcharter Schweden, MitsegelnTrotzdem, wir stellen fest: Wir sind „reiche“ Menschen, wir haben jetzt vier Wochen Zeit. Wer kann schon von sich behaupten, „Zeit“ zu haben? Je weiter südlicher wir kommen, desto mehr heizt uns die Sonne ein, die Wassertemperatur steigt auf 26°C. Liegt wohl daran, dass wir uns jetzt geografisch in den Tropen aufhalten, da wir den südlichen Wendekreis bereits hinter uns gelassen haben. Hatten wir zu Beginn der Woche eher härtere Bedingungen, in der Mitte Windstille, konnten wir uns in den letzten beiden Tagen über sehr guten Segelwind freuen. Alle Wetterkarten (vom gesamten Atlantik) weisen darauf hin, dass wir jetzt in der stabilen Passatwindzone sind.
Klicke auf die Bilder, um eine größere Ansicht zu erhalten!


Kap Verdische Inseln/ Sao Vicente - Mindelo
Geschrieben von: Werner Mojzischek
Samstag, den 14. November 2009 um 02:00

Saling - Yachtcharter Schweden, MitsegelnIn den frühen Morgenstunden erreichen wir Mindelo, einen der größten Häfen auf den Kap Verden. Vor der Hafenbucht erblicken wir die größte Dreiecksflosse, die wir bisher gesehen haben. In Mindelo sind wir über die neu angelegte Marina, die von einem Deutschen geführt wird, mehr als erstaunt. Toiletten und Duschen wie bei uns daheim, Strom und Wasser am Steg, die Marina halb leer (wir sind jetzt am Beginn der Hauptsaison hier angekommen), da sie im Revierführer noch nicht als solche erwähnt wird. Wasser kostet extra, aber auf so einer Wasserarmen Insel versteht das jeder. Aber, auf's Duschen müssen wir noch warten – arbeiten mit vereinten Kräften steht am Programm!
Wir teilen uns in verschiedene Teams auf, um vor allem die Reparaturen schnell zu erledigen und das Schiff „putztechnisch“ wieder bewohnbar zu machen. Am Nachmittag befinden sich dann auf unserer ToDo Liste schon viel mehr abgehakte Positionen als unerledigte, und Dimitri - Yachtcharter Schweden, Mitsegelnbald können wir uns auch ein bischen Freizeit gönnen – Duschen, ein Hafenbier trinken, erste Erkundungen in der Stadt durchführen. Dessen Ergebnis? Wir sind in Afrika gelandet. Noch eindrucksvoller wird es am Abend, wir gehen Kreolisch essen, und genießen dann bei einer Live Band die gute Stimmung auf den Straßen. Hier ist auf den Straßen so viel los, dass man daheim schon fast ein „Stadtfest“ brauchen würde, um so viele Leute auf die Straßen zu locken! Schöne Eindrücke nehmen wir von hier mit und sind froh, dass wir hier gelandet sind. Einziger Wehrmutstropfen dieses Abends: Sandra wird der Fotoapparat gestohlen, auch ein mutiger Gast des Lokales, der die Verfolgung des Diebs aufgenommen hat, kann diesen nicht erwischen.
Traveller neu - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Und, wir lassen die letzte Etappe Revue passieren, besprechen diverse Ungereimtheiten und lassen einige Erlebnisse im Sinne des „Seemannsgarns“ ganz besonders glänzen. Auch die nächste Etappe ist schon ein ganz großes Thema, da sich schon alle auf die Passatzone freuen und die Prognosen von uns für die nächsten 2100 Seemeilen zwischen 14 und 18 Tagen liegen. Die „Challenge“ von 14 Tagen hat Eugen aufgestellt – und wir werden alle unser Bestes geben, damit wir diese Challenge auch erreichen! Alle Berechnungen, die wir anstellen, liegen von der Zeitdauer alle im „grünen Bereich“.
Fotos von uns ersparen wir euch heute, die sind nach einer Woche auf See nicht sehr ansehnlich. Klicke auf das Bild, um eine größere Ansicht zu erhalten!


Kap Verdische Inseln - Mindelo & Ruhetag
Geschrieben von: Werner Mojzischek
Sonntag, den 15. November 2009 um 02:00

Ruhetag steht heute am Programm! Jeder kann tun und lassen, was er/sie will. Strände werden erkundet, mit dem Taxi eine Inselrundfahrt gemacht, das Internet glüht auf vier Laptops, und ich kann endlich eine kurze Hose kaufen, die ich schon seit den Balearen dringend brauche. An Land werden wir alle von unterschiedlichen Seiten gewarnt, dass hier doch nicht alles so eitel Wonne und so sicher ist, wie wir gestern den Eindruck hatten. Alleine sollte man nicht herum gehen, und Diebe soll es auch an jeder Ecke geben. Wir halten uns an die guten Ratschläge, gehen nicht mehr alleine in der Stadt umher. Am Abend gönnen wir uns noch ein wunderbares Essen über den Dächern von Mindelo, wir haben alle wieder Kraft, Energie und Motivation für die nächste Etappe – wir freuen uns schon total auf die Karibik!


Atlantiküberquerung, 2. Woche
Geschrieben von: Werner Mojzischek
Sonntag, den 22. November 2009 um 02:00

Montag, 16.11. - Sonntag, 22.11.
Sonnenuntergang - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Der Speed. Wir verlassen mit einer guten Wetterprognose die Kapverdischen Inseln. Mit 120 – 170 Meilen täglich über Grund nähern wir uns direkt dem Ziel, Trinidad, an. Haben wir zu Beginn eher wenig Wind, können wir bald reffen und glühen mit gewaltiger Geschwindigkeit durch die Wellen nach Westen. Fast eine Woche segeln wir mit gerefften Segeln in den Sonnenuntergang, die jeweiligen Wachteams liefern sich eine „Challenge“ wer in welcher Zeit mehr Seemeilen zurücklegt! Den vielversprechenden Nordäquatorialstrom, der mit 1-2 Knoten nach Westen fließt (laut Seekarte) können wir – zumindest am Beginn - leider nicht feststellen. Und dabei hätten wir auf die Unterstützung dessen so sehr gehofft! Nichts desto trotz legen wir ca. 1000 Seemeilen in dieser Woche zurück – und das angefüllt bis zum Rand mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Diesel (von dem wir kaum etwas benötigen).
Kap Verden - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Die See. Obwohl der Wind immer aus achterlichen Richtungen kommt, halten sich die Wellen nicht ganz daran. „Butterfly“ (Genua an Steuerbord, Großsegel an Backbord oder umgekehrt) erfordert bei diesem Wellengang hohe Konzentration jedes einzelnen Steuermanns/ Steuerfrau. Es macht Spaß, über die Wellen, die von hinten anrauschen, nach unten zu surfen und währenddessen GEWALTIG zu beschleunigen! Aber „entspannte“ Bedingungen schauen auch etwas anders aus. Wir sind auch phasenweise etwas müde und erschöpft.
Cockpit - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Die Stimmung an Bord. Viel besser als bei der ersten Etappe, von den Kanarischen Inseln zu den Kap Verden. Guter Wind und Wellenbedingungen, angenehme Temperaturen und kein Wasser im Cockpit tragen dazu bei. Dennoch, wir benötigen alle wieder drei bis vier Tage, bis wir uns an den Wachrhythmus gewöhnt haben. Kopfweh einzelner Crewmitglieder läßt sich im Extremfall nur mehr mit Medikamenten bekämpfen, ebenso machen Magenprobleme anfangs die Runde. Aber – es hält sich alles in Grenzen, und je länger wir unterwegs sind, desto entspannter wirken alle.
Heckdusche - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Das Bordleben. Die Tropensonne glüht mit nicht geahnter Kraft auf uns herunter, kein Wunder, wir sind auch schon auf etwa dem 15. Breitengrad Nord. Eine Dusche mit Meerwasser ist auch nur kurzfristig eine Erfrischung, da die Wassertemperatur bereits 27,2°C beträgt. Dennoch, nach so einer Dusche am Heck fühlen wir uns alle wie neue Menschen! Gesichert mit Lifebelt und Lifeline ist es eine gewisse Herausforderung, das frische Naß zu genießen! Kartenspielen, Schach spielen, lesen, einfach vor uns hin dösen – Beschäftigungen finden wir genug. Und außerdem schlafen wir auch sehr viel. Oft pressen wir so schnell durchs Wasser, dass der Lärm neben der Koje gigantisch ist – und die Segel, die doch hin und wieder schlagen, sowie die Geräusche im Rigg tun ihr Übriges dazu, dass der Geräuschpegel gerade in den vorderen Kojen bei der Geschwindigkeit enorm ist. Fliegende Fische „attackieren“ uns auch unter Deck. Einer landet durch eine offene Luke in einer Toilette, ein anderer findet seinen Weg durch die offene Luke in Eugens und Sandras Kabine – den Schock könnt ihr euch vorstellen, wenn mitten in der Nacht so ein zappeliges Viech auf euch landet! Andere Fische fliegen in unser Segel, irgendwie kann das Flugverhalten offenbar noch optimiert werden. Naja, es sind ja auch Fische, und nicht Vögel.
Sextant - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Die Technik. Hält. ALLES hält, ALLES funktioniert, es ist fast wie ein Wunder!
Die Flora und Fauna. Am ersten Tag sehen wir eine unglaublich große Gruppe an kleinen Walen, die uns auch kurz im Kielwasser folgen! Ansonsten wird es in den nächsten Wochen ziemlich einsam am Ozean. Lediglich fliegende Fische sind ständig zu sehen, jeden Tag bzw. jede Nacht verirren sich einige an Deck.


Atlantiküberquerung, 3. Woche
Geschrieben von: Werner Mojzischek
Dienstag, den 01. Dezember 2009 um 02:00

Montag, 23.11. -  Dienstag, 01.12.
DStefan - Yachtcharter Schweden, Mitsegelner Speed. Wir werden immer schneller, je länger wir unterwegs sind. Der Wind ist konstant gut (obwohl die Böen in jeder Nacht unsere ganze Aufmerksamkeit verlangen), und unsere Annäherung an Trinidad verläuft immer schneller. Auch den Nordäquatorialstrom spüren wir langsam, und wir werden natürlich mit der Zeit auch leichter (Nahrungsmittel, Trinkwasser) und liegen nicht mehr so tief im Wasser und haben daher weniger Verdrängung. In den letzten Tagen läßt der Wind nach, wir motoren sehr viel, uns zieht es langsam in den Südäquatorialstrom hinein, der ebenfalls nach Westen fließt. Ok, wir hätten auch unter Segel – sehr langsam – fahren können, aber wir wollen schnell in der Karibik ankommen.
Vogel - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Die See. Je näher wir der Karibik kommen, desto ruhiger werden die Bedingungen. Und die heftigen Regengüsse, mehrmals täglich, nehmen zu. Dabei hat meine Schicht (Dimitri und ich) wieder den Jackpot gewonnen! Wir werden auch die "glorious rain shift" an Bord genannt. Na wunderbar. Sind in unserer Schicht in der ersten Woche immer wieder Wellen bis ins Cockpit eingestiegen (in der Woche von den Kanarischen Inseln zu den Kap Verden), regnet es jetzt immer wieder – und anfangs NUR – in unserer Schicht. Entweder beginnt der Regen pünktlich zu Schichtbeginn, oder endet pünktlich zu Schichtende. Unter Tags ist er ja eine gute Erfrischung, aber in der Nacht kann es schon kühl werden. Gut, dass es da keine Fotos davon gibt – manchmal dürfte das ein ziemlich trauriger Anblick gewesen sein. Kübelweise kommt so viel Wasser von oben, dass wir innerhalb von 1-2 Minuten bis auf die Unterwäsche waschlnaß sind. In so einer Situation hilft dann nur noch Galgenhumor und manchmal der gegenseitige Hinweise, doch einmal wieder etwas Trockenes nach dem Regen anzuziehen – der Gesundheit wegen. Ein beleidigter (bzw. verkühlter) Nerv im Rücken ist die Konsequenz von zu langem und „zu coolem“ ausharren mit nasser Kleidung im Wind an Deck. Endlich hat die Krankenstation unter der Leitung von Sandra wieder etwas zu tun! Und eine täglich Massage mit Rheuma- bzw. Traumasalbe (verflucht, das hört sich nicht nach knackigen 31 Jahren an) ist der Hauptgewinn für mich. Unter Deck haben wir konstant über 30°C, irgendwie wird es wohl jetzt für längere Zeit nicht mehr kühler werden.
DSonnenuntergang - Yachtcharter Schweden, Mitsegelnie Stimmung an Bord. Zu Beginn der Woche erfahren wir, dass seit drei Tagen unsere täglichen Meldungen unserer Mittagskoordinaten nicht mehr ankommen. Hoffentlich macht sich daheim keiner Sorgen, wenn unser „Schifferl“ sich auf der Google Map nicht mehr weiter bewegt – und dabei sind wir unheimlich stolz, dass unsere Tagesetmale eine immer gewaltigere Distanz annehmen! Die Schnapspartien um den einen oder anderen Mojito in Trinidad werden immer häufiger gespielt, Eugen bringt sogar unserem Spanier und unserem Franzosen Schnapsen bei. Schach wird während den Nachtwachen gespielt, massenweise Bücher ausgelesen – und natürlich genießen wir die Stimmung der endlosen Weite.
DDimitri - Yachtcharter Schweden, Mitsegelnas Bordleben. Sehr entspannt. Urlaubsstimmung hält Einzug. Die Wehwechen von uns allen reduzieren sich proportional mit der Annäherung zum Ziel. Jetzt sind die Tag-/ Nachtzeiten ziemlich gleich lang – irgendwie passen diese Helligkeitszeiten nicht ganz zu unserer Bekleidung – in kurzem Leiberl, kurzer Hose und Crocs auch mitten in der Nacht an Deck. Die Wachen haben wir zeitlich gesehen an diese veränderten Helligkeitszeiten angepasst, jeder fühlt sich danach wohler. Haben wir in der ersten Woche kaum den Kühlschrank eingeschaltet gehabt (weil wir kaum den Motor benützt haben), läuft dieser jetzt fast rund um die Uhr. Bier gibt es wieder gekühlt und in ungeahnten Mengen, und wir geben unser Bestes, um das Schiff noch leichter und noch schneller zu machen.
Die Technik. Hält noch immer alles, lauft noch immer alles. Ein gebrochener Schäkel ist nichts Erwähnenswertes, oder? Am letzten Tag geht einer der beiden Kompressoren für den Kühlschrank (der mechanisch angetriebene) ein, die kardanische Aufhängung des Herdes (heißt so viel, dass sich der Herd im Wellengang immer von selber ausrichten kann und somit die Gefahr sinkt, dass Töpfe und heißes Wasser außer Kontrolle geraten) müssen wir nachziehen. Die eine oder andere Leine müssen wir kürzen, da die Dauerbelastung (z.B. beim Spibaum) die Leinen mit der Zeit durchscheuern.
Delphin - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Die Flora und Fauna. Am letzten Tag ändert sich viel. Fliegende Fische werden immer weniger, dafür tauchen Delphine auf – und vor lauter Hetz springen die so hoch aus dem Wasser, wie wir es noch nie gesehen haben! Die Vögel werden mehr, auch sehen wir Vogelarten, die wir vorher noch nie zu Gesicht bekommen haben. Das Land kann nicht mehr weit entfernt sein.
Der Hurricane-Belt. Ab Mitte der dritten Woche befinden wir uns im Hurricane Belt, jene Region im Nordatlantik, in der Hurricanes entstehen und meist in nordwestliche Richtungen ziehen. Im November geht die Hurricane Saison in der Karibik zu Ende. Statistisch gesehen gibt es alle 10 Jahre einen Hurricane im NovemHurricane Belt - Yachtcharter Schweden, Mitsegelnber in diesem Gebiet. Also könnten wir uns zurücklehnen und entspannen. Dennoch stellt sich hinsichtlich Hurricanes keine Entspannung an Bord ein. Warum? Damit ein Hurricane entstehen und sich vertiefen kann, benötigt er mindestens 27°C Wassertemperatur. Und wir messen 28°C, 29°C – es wird immer wärmer! Mit Sorgfalt schauen wir uns die Wetterkarten an, die wir in immer kürzeren Abständen aktualisieren – damit wir im Fall der Fälle rechtzeitig eine Ausweichstrategie einleiten können. Aber, wir gehören zu den Glückskindern und kommen ohne Hurricane-Erfahrung in der Karibik an!
Adventkranz - Yachtcharter Schweden, Mitsegeln Der 1. Advent. Sandra präsentiert den Ocean Spirit Adventkranz, auf hoher See zünden wir die erste Kerze an. Stefan fabriziert einen speziellen Sundowner (Ananassaft, Rum, Früchte) – praktisch unser Glühweinersatz. Und wir pfeifen währenddessen mit 8 Knoten Fahrt durchs Wasser Richtung Trinidad! Irgendwie passt der 1. Advent nicht zu diesen Temperaturen.
Die „nur noch 1000 Seemeilen Party“. Verlauft sehr flüssig, sehr lustig. Die eine oder andere Flasche Wein muß drann glauben, nicht jeder Wein ist noch genießbar. Frisches Popcorn vom Herd gibt es, und die Nachtwachen danach sind für so manchen an Bord eine sehr müde Qual. AAdventkranz - Yachtcharter Schweden, Mitsegelnber was soll's, wann kann man es schon in der Mitte vom Atlantik so richtig krachen lassen? Obwohl sich alle mit Rettungswesten im Cockpit aufhalten, darf während der Party Otto, unser Autopilot, für uns arbeiten. Eh klar, der darf auch einmal arbeiten – die ersten beiden Wochen hat er aus Stromspargründen sowieso Urlaub gehabt und wir sind rund um die Uhr hinter dem Steuerrad gestanden.
Der erste Eindruck von der Karibik. Ist ziemlich ernüchternd und erschütternd. Das Wasser färbt sich schon Stunden vor der Ankunft von azurblau auf schlammgrün. In der Nacht verschwinden die Sterne unter dem gleißenden Licht der vielen Ölbohrinseln, die sich hier befinden. Von einer handvoll Leuchtfeuern funktioniert nur eines. Schon Meilen vor dem Hafen stinkt es nach Industrie und Fisch – und tatsächlich, in dem Ölfilm treiben tote Fische, Müll und Abfall umher! Sehr viele Schiffe liegen hier vor Anker, fast alle unbeleuchtet, und viele sehen so abgewrackt aus, dass sich wohl selten noch ein Mensch darauf verirren wird. Alle sechs an Bord sind entweder mit Navigation oder mit Ausschau nach Bojen, unbeleuchteten Schiffen etc. beschäftigt, damit wir nicht in aller letzter Minute über so ein Ungetüm stolpern. Ist das die Karibik, die wir erwartet und erhofft haben? Für die wir so viele Strapazen auf uns genommen haben? Wir legen kurz vor Mitternacht an der Zollmole an – Weihnachtsbeleuchtung bei dem (leider geschlossenen) Lokal, Weihnachtslieder im Radio – komplett schräg kommt uns das alles vor. Die letzten europäischen Weine, die wir aufmachen wollten, sind auch gebrochen. Irgendwie hält sich die Euphorie in Grenzen. Naja, vielleicht sind wir auch bloß sehr erschöpft und müssen schlafen. Mal sehen, wie es morgen weiter geht.


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Geschrieben von: Werner Mojzischek
Montag, den 16. November 2009 um 02:00

Nachdem wir alle Reparaturen erledigt haben, ausgeruht und ausgeschlafen sind, legen wir heute ab – die letzten 2100 Seemeilen Richtung Karibik stehen am Programm. Wie schon auch in der letzten Woche, könnt ihr unsere Position wieder auf unten ersichtlicher Google Map mitverfolgen.
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